| 
Waldesch wird nach den Visitationsaufzeichnungen
im 14. Jahrhundert vorübergehend als
Pfarrei geführt. Bald verliert es seine
Selbstständigkeit wieder und kommt
unter die abwechselnde seelsorgerische Betreuung
des St. Kastorstiftes und der Karthäusermönche
von St. Beatus, die in Kapellen residieren.
Die unermüdlichen Gesuche an die Bischöfliche
Behörde, wieder das alte Pfarrecht
zu erlangen, bleiben jahrhundertelang ohne
Erfolg. Die letzte Entwicklung zur "Pfarrei"
liegt noch im Wissen der jetzt lebenden
Generation. Das Jahr 1906 endlich bringt
den Waldeschern neue Impulse, weiter in
ihrem Eifer für die Errichtung einer
selbstständigen Pfarrei zu beharren.
Am ersten Mai des gleichen Jahres wird Vikar
Stephan Jakob Rech als erster Seelsorger
in der neu geschaffenen Vikarienstelle eingeführt.
Zunächst bleibt Waldesch in wirtschaftlichen
Dingen Kapellen unterstellt. Mit Pfarrvikar
Johann Häbler (1911 eingeführt)
erreicht die Vikarie im Jahre 1919 ihre
Selbstständigkeit und wird zur "Kapellengemeinde"
erhoben. Nach weiteren 25 Jahren am 17.1.1944
finden die langwierigen Verhandlungen und
das stete Bemühen der Waldescher ihren
krönenden Abschluß. Die Erhebung
der Kapellengemeinde zur Pfarrei
ist unter Vikar Paul Zimmer erreicht.
Durch Urkunde vom 21.2.1951 wurde schließlich
noch auf Drängen von Pfarrer Werner
Sandkaulen ein lang bestehender Zustand
legalisiert: Mariaroth und die Naßheck
werden aus der Pfarrei Dieblich in die Pfarrei
Waldesch umgepfarrt.
Rückblickend ist über die bewegte
Geschichte der Pfarrei St. Antonius Waldesch
zu bemerken, dass sie eine "alte"
und "junge" Pfarrei zugleich ist.
- Möge diese Feststellung sich symbolisch
auf das religiöse Leben in der Pfarrei
auswirken: die alte Pfarrei sei wie die
ganze Kirche stets jung in ihrem aktiven
religiösen Leben.
Unter dem Pfarrer Hans Lambert erfolgte
eine umfassende Instandsetzung des Kirchenbaues.
Darüber hinaus wurde durch einen Ausschreibungswettbewerb
die Modernisierung der Kirche eingeleitet.
Der Altarraum ist neu gestaltet worden und
der Kirchenaltbau wird neu konzipiert.
Der Abschluss der Arbeiten erfolgte 1998.
Danach beschloss die katholische Kirchengemeinde
das alte Kirchenschiff zu einem Gemeindezentrum
umzubauen. Durch den Einbau einer Trennwand
verkleinerte sich der Kirchenraum und im
Bereich der alten Kirche wurde eine Decke
eingezogen und somit zusätzlicher Raum
für ein Gemeindezentrum gewonnen. Die
Einweihung und Eröffnung des Gemeindezentrums
erfolgte am 28.11.1999.
Auf die neu geschaffene Empore konnte eine
neue Westenfelder Orgel aufgestellt werden,
die im Mai 2001 eingeweiht wurde.
Die Übersetzung der lateinischen Urkunde
vom 17.1.1944, mit der die Pfarrvikarie
St. Antonius in Waldesch zu einer Pfarrei
erhoben und die Kirche zu Ehren des heiligen
Abtes Antonius zur Pfarrkirche erklärt
wird, befindet sich im Kirchenraum.
Die Pfarrgemeinde St. Antonius Waldesch
gehört seit 2009 zur Pfarreiengemeinschaft
Rhens-Spay-Brey-Waldesch, deren Internet-Präsenz
über folgenden Link zu erreichen ist:
www.rhens-spay-brey.pfarrgemeinde.info
Im Verlauf der frühen Geschichte des
Pfarrortes Waldesch begegnen uns einige
Geistliche, von denen es ausdrücklich
heißt, daß sie in Waldesch amtierten.
Als erster ist Herr Johann von Stoltzefels
zu nennen, der in...
|